Es sind Signale unserer Hunde , die dazu dienen Spannungen abzubauen .
Unsere Hunde wenden regelmäßig diese konfliktlösende Signale an .
Durch diese Signale erfährt man auch die Gefühlsregungen des Hundes .
Unsere Hunde senden immer dann solche Signale aus, wenn sie etwas beunruhigt und sie Konflikte entschärfen wollen , sowohl um sich selbst , als auch den Gegenüber zu besänftigen .
Diese Signale werden im Umgang mit den Artgenossen genauso angewandt , wie im Umgang mit uns Menschen , nur wir Menschen antworten nicht darauf , so wie der Artgenosse .
Diese einseitige Kommunikation führt zu Missverständnissen zwischen Mensch und Hund .
Wir müssen nun lernen diese Signale zu beachten und zu beantworten um das Zusammenleben mit unseren Hunden zu verbessern .
Eine Vielzahl verschiedener so genannter "Calming Signals" wurden identifiziert .
Den Kopf abwenden .
(z.B. beim Kennenlernen neuer Artgenossen oder bei zu enger Nähe mit Menschen .)
Gähnen .
(z.B. Beim Aufbruch zum Spaziergang beruhigt es den Hund selbst oder bei Stress .)
Blinzeln .
(z.B. beim Kennenlernen neuer Artgenossen und bei Stress.)
Pfote heben .
(z.B. beim Kennenlernen neuer Artgenossen und bei Stress.)
Bogen laufen .
(z.B. beim Kennenlernen neuer Artgenossen , oder beim Kommando hier , um die Untergebenheit kundzu tun .)
Schlecken der Nase .
(z.B. wenn wir Menschen aufgeregt oder gereizt sind , versucht der Hund mit dieser Geste uns zu beruhigen , wird natürlich auch bei Artgenossen angewandt .)
Bewegungen verlangsamen .
(z.B. bei hartem Kommando "hier" ist oft zu sehen , dass der Hund sehr langsam auf den Rufenden zukommt , oder auf das Kommando "platz" legt der Hund sich im Zeitlupentempo hin . )
Den Rücken zuwenden .
(z.B. bei Begrüßung ihrer Menschen , oder bei kennenlernen neuer Artgenossen)
Vorsichtiges hinsetzten oder hinlegen .
(z.B. bei zu wildem Spielen unterbricht ein Hund das Toben durch ruhiges hinsetzen oder hinlegen .)
Tiefstellung des Vorderkörpers .
(Nicht nur eine Aufforderung zum Spiel sondenr auch Zeichen von Stress und Überforderung .)
Am Boden schnüffeln .
(z.B. Beim Kommando hier)
Dazwischen stellen .
(Konfliktlösung zweier anderer Streithähne oder bei zwei zu nah beieinander stehenden , sitzenden Menschen .)
Oft werden diese Calming Signals unserer Hunde missverstanden , und als ungehorsam , aufmüpfig , eifersüchtig oder gar als dominant verstanden .
Wir müssen lernen unsere Hunde zu "lesen" , damit wir sie nicht bestrafen , wenn sie ein Kommando nicht augenblicklich ausführen .
Hunde die diese Signale nicht mehr akzeptieren oder selber nicht mehr ausführen , haben durch den Menschen gelernt , dass es sich nicht lohnt diese Signale selber auszuführen , da ja eh keine Antwort darauf kommt , und sie nur bestraft werden wenn sie diese Signale aussenden .
Wenn wir uns selber diese Signale aneignen , können wir manch stressige Situation besser meistern .
Z.B. kann man einem fremden , unsicheren Hund etwas Sicherheit geben , wenn wir in einem Bogen auf ihn zugehen , ihm nicht direkt in die Augen schauen oder auch den Kopf ganz abwenden wenn wir ihn streicheln .
Dem eigenen Hund kann man bei Streß beruhigen wenn wir selber gähnen oder uns die "Nase" lecken .
Es gibt etliche Situationen , bei denen wir diese Calming Signals anwenden können .
Beschwichtigungssignale unterbrechen Aggression, Stress, Angst und
unerfreuliche Dinge aller Art, oder lassen diese erst gar nicht aufkommen.
Beschwichtigungssignale bauen Vertrauen auf, vermitteln ein Gefühl der
Sicherheit und helfen, verstanden zu werden.Hunde sind Rudeltiere, deren Sozialverhalten zu einem wesentlichen Teil durch Konfliktvermeidung bestimmt ist. Beschwichtigungssignale nehmen einen großen Teil der körpersprachlichen Kommunikation unter Hunden ein, um Konflikte zu vermeiden. Diese Sprache setzten sie die ganze Zeit über ein, in der sie wach sind und die geringste Kleinigkeit um sie herum geschieht.
Ein Hund taucht in der Ferne auf und Ihr Hund beginnt langsamer zu gehen, dreht sich vielleicht um oder schnüffelt am Boden um ganz sicher zu gehen, dass der andere Hund gesehen hat, wie freundlich er ist.
Hunde, die während ihres Aufwachsens normale Möglichkeiten hatten ihre Sprache im Zusammensein mit anderen Hunden zu entwickeln, werden in der Regel sozialverträgliche Tiere mit der Fähigkeit, Konflikte zu lösen.
Natürlich setzen Hunde diese Signale auch gegenüber uns Menschen ein, werden oft aber nicht verstanden und so kommt es zu Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Wenn Hunde diese Form ihrer Sprache verlieren, dann oft, weil sie durch Fehlinterpretation oder durch Nichterkennen des Menschen für das Zeigen dieser Sprache bestraft werden.
Doch wir Menschen können lernen die Beschwichtigungssignale unserer Hunde zu erkennen, zu deuten und sogar sie selbst einzusetzen. So wird es jedem möglich zu einem besseren Verständnis seines eigenen, aber auch fremder Hunde zu kommen.
Urheber und Copyright : Kirsten
Berger
Hagan Hundeskole v/Turid Rugaas
Die Forschungsarbeit über Beschwichtigungssignale bei Hunden und Wölfen haben die Norwegerin Turid Rugaas weltweit bekannt gemacht. Endlich liegt nun auch in deutscher Übersetzung ihr Buch über diese Signale vor, welches jedem Hundefreund wärmstens zu empfehlen ist.
In diesem Buch erklärt sie, warum, wann und wie Beschwichtigungssignale von Hunden eingesetzt werden.
Es ist eine spannende Einladung, die faszinierende Welt der hundlichen Kommunikation noch besser kennenzulernen.
Buch Erhältlich im Dog`s Track-Shop, 19,00 Euro (ca.
100 Seiten). 
Jetzt auch als deutschsprachiges Video erhältlich
und :
Turid Rugaas:
" Calming Signals. Die Beschwichtigungssignale der Hunde "
(animal learn Verlag 2001, ca. 19,- Euro)
" Calming Signals. Die Beschwichtigungssignale der Hunde. Ein Film mit Turid Rugaas "
(animal learn Verlag, ca. 36,- Euro)
Auch zu empfehlen :
"Stress bei Hunden"
Martina Nagel, Clarissa v. Reinhardt
Stress - ein bislang viel zu wenig beachtetes Thema, wenn es um den treuesten Begleiter des Menschen geht. Denn nicht nur wir Menschen können durch Überforderung und mangelnde Ruhephasen gestresst werden, sondern auch Hunde.
Dieses Buch informiert über die Ursachen und Folgen von Stress und erklärt, welche Symptome Sie an einem gestressten Hund beobachten können. Die Autorinnen berichten anhand von authentischen Fallbeispielen, zu welchen Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Problemen es kommen kann, wenn ein Hund überfordert ist und wie man ihm hilft, sein inneres Gleichgewicht wiederzufinden.
Hier eine Renzension der Zeitschrift WUFF - Das Hundemagazin, erschienen in Ausgabe 06/03; veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der WUFF-Redaktion:
Stress bei Hunden
Ein Buch von Martina Nagel und Clarissa. v. Reinhardt
Die Rezension von WUFF-Redakteurin Andrea SpechtHundsein wird in unsere hochtechnisierten und schnelllebigen Zeit immer schwieriger. Vor allem im großstädtischen Umfeld sind Hunde einer enormen Vielfalt von Einflüssen und Einschränkungen ausgesetzt, die belastend auf Psyche und körperliches Wohlbefinden wirken können. Die Sinneswahrnehmungen unserer Hunde ist der unseren um ein Vielfaches überlegen. Schon wir Menschen mit unseren vergleichsweise primitiven Hör- und Riechorganen leiden unter der akustischen und geruchlichen Umweltverschmutzung in Ballungszentren. Verbunden mit hohen beruflichen oder familiären Herausforderungen bewirken all diese Einflüsse das Entstehen von Stresssymptomen. Hunden ergeht es da nicht anders. Im Gegenteil - sind doch sie diesen Einwirkungen meist noch schonungsloser ausgeliefert, weil sie sich aus eigenem Antrieb nicht entziehen können.
Die beiden Autorinnen Martina Nagel und Clarissa v. Reinhardt, beide erfahrene Tiertrainerinnen und Verhaltensexpertinnen, setzten sich in ihrem Buch detailliert, übersichtlich und fallbezogen mit diesem Problem auseinander. Sie unterscheiden zwischen positivem Stress (Eustress) im Sinne von erhöhter Leistungsbereitschaft einerseits und krankhafter Stresssymptomatik (Distress) andererseits. Sorgfältig listen sie alle Stressfaktoren auf, die dem Leser Hilfestellung dabei geben, welche Ereignisse ihren Hund mehr oder weniger stark beeinflussen.
Dampf ablassen können...
Doch nicht nur hoher Lärmpegel oder krankmachende Dämpfe bewirken Stress, auch mangelnde Rückzugsmöglichkeiten in sehr aktiven Familien, fehlende Erholungsphasen, das Nicht-Erkennen von hundlichen Signalen, Frustration und Überbeanspruchung zehren am Nervenkostüm unserer Vierbeiner und lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Dazu kommen vielfältige Zwänge wie Leine- oder Maulkorbpflicht vielerorts und damit verbunden Einschränkungen in der Ausübung wichtiger sozialer Kontakte. Hunde, die ihren Drang nach Bewegung nicht mehr ausleben können und kaum Möglichkeit finden, sich einmal so richtig auszutoben, geraten in eine Spirale permanenter Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse, was letztendlich zu stressbedingten Verhaltensproblemen führt. Auch wir Menschen müssen irgendwann einmal so richtig Dampf ablassen, um physisch und psychisch gesund zu bleiben. Dasselbe gilt für Hunde. Auch sie brauchen Erholungsphasen, um Stresssituationen erfolgreich bewältigen zu können.
Stress: Wie erkennen und was tun?
Eindrucksvoll führen Martina Nagel und Clarissa v. Reinhardt vor Augen, wie häufig die tatsächlichen Ursachen von Verhaltensproblemen in der Nichtbewältigung von Stressfaktoren zu finden sind. Gleichzeitig gelingt es den Autorinnen, den wissenschaftlichen Aspekt des Themas so zu erklären, dass selbst komplexe Zusammenhänge leicht erkennbar werden. Die Auflistung der häufigsten Stresssymptome und die zahlreichen Fallstudien aus dem Trainingsalltag helfen dem Leser, zu verstehen, was wann wie und warum getan werden kann, um den Hund aus seiner angespannten Situation herauszuführen.
Anti-Stress-Programm
Dieses Buch kann jedem Hundefreund viele nützlicher Hinweise geben, erste Anzeichen von krankmachendem Stress rechtzeitig zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken. Sehr oft stehen wir Menschen selbst unter zu hohem Druck, dass wir die Signale unserer Hunde einfach übersehen. Das Anti-Stress-Programm von Martina Nagel und Clarissa v. Reinhardt zeigt aus Sicht der Hunde, wie wir unseren Vierbeinern dabei helfen können, die vielfältigen Anforderungen unserer Zeit bestmöglich zu bewältigen. "Stress bei Hunden" ist einfach ein Muss in der Bibliothek eines jeden Hundefreundes.
Hardcover, 136 Seiten mit zahlreichen Abbildungen,
animal learn Verlag, 19,00 â,¬