Bullmastiff - Info

 

  


  der Rassestand

FCI-Standard N° 157
B U L L M A S T I F F

* Übersetzung : Frau Diane Herrmann.
* Ursprung : Großbritannien.
* Datum der Publikation des gültigen Originalstandards : 02.03.1988.
* FCI-Klassifikation : Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
Sektion 2.1. Molosser, doggenartige Hunde - Ohne Arbeitsprüfung.

Allgemeines Erscheinungsbild :
kraftvoll, zeigt große Stärke, ohne dabei schwerfällig zu sein. Er ist solide und aktiv.

Charakteristika : kraftvoll, ausdauernd, aktiv und verläßlich.

Wesen : Sehr lebhaft, wachsam und treu.

Kopf und Schädel :
Der Kopf ist von allen Seiten betrachtet groß und quadratisch; zeigt leichte Stirnfalten, sofern sein Interesse geweckt wird. Diese Falten sind in Ruhestellung jedoch nicht sichtbar. Der Schädelumfang darf der Schulterhöhe entsprechen. Der Schädel ist breit und tief mit gut ausgefüllten Wangen. Betonter Stop. Der Fang ist kurz; die Distanz von Nasenspitze bis Stop beträgt ungefähr ein Drittel der Gesamtlänge von Nasenspitze bis Hinterhauptstachel. Der Fang ist unter den Augen breit und behält in etwa die gleiche Breite bis zur Nase bei. Er ist stumpf und quadratisch geschnitten, bildet mit der Fangoberlinie einen rechten Winkel und ist im richtigen Verhältnis zum Schädel. Der Unterkiefer ist bis zum Ende breit. Die Nase ist breit mit weit geöffneten Nasenlöchern. Der Fang ist im Profil weder spitz, noch aufgebogen, sondern flach. Die Lefzen sind nicht hängend, sie dürfen niemals tiefer als bis zur Unterkante des Unterkiefers reichen.

Augen : dunkel, oder Haselnußbraun, sie sind mittelgroß, soweit voneinander eingesetzt wie der Fang breit ist, dazwischen die Mittelfurche. Helle, oder gelbe Augen höchst unerwünscht.

Ohren : V-förmig, zurückgefaltet, weit und hoch, in einer Höhe mit dem Hinterhauptbein angesetzt und geben damit dem Schädel ein quadratisches Aussehen; dies ist von größter Bedeutung. Sie sind klein und ihre Farbe ist dunkler als die des übrigen Haarkleides am Körper. Die Ohrspitzen befinden sich mit den Augen in einer Höhe, sofern die Aufmerksamkeit eines Bullmastiffs erregt wird. Rosenohren sind höchst unerwünscht.

Gebiß : Zangengebiß erwünscht, geringer Vorbiß gestattet, jedoch soll dieser nicht bevorzugt werden. Die Fangzähne sind groß und weit auseinander stehend, die übrigen Zähne sind kräftig, gleichmäßig und gut im Kiefer gebettet.

Hals : Gut gebogen, mäßig lang, sehr muskulös und im Umfang fast dem Kopf gleich.

Vorhand :
Die Brust ist breit und tief, sie reicht tief zwischen den Vorderläufen hinab, mit tiefreichendem Brustbein. Schultern muskulös, schräg und kraftvoll, jedoch nicht überladen. Die Vorderläufe sind kraftvoll und gerade, mit kräftigen Knochen. Sie stehen weit auseinander und ermöglichen dadurch eine gerade Front. Vordermittelfuß gerade und stark.

Gebäude : Der Rücken ist kurz und gerade, dies bewirkt eine gedrungene Gestalt. Der Rücken darf jedoch nie so kurz sein, daß er die Beweglichkeit des Bullmastiff beeinträchtigt. Karpfen- oder Senkrücken höchst unerwünscht.

Hinterhand : Lendenpartie breit und muskulös, mit entsprechender Flankentiefe. Hinterläufe stark und muskulös, Unterschenkel gut entwickelt. Sie zeugen von Kraft und Beweglichkeit, ohne schwerfällig zu sein. Die Sprunggelenke sind mäßig gewinkelt. Kuhhessigkeit ist höchst unerwünscht.

Pfoten : gut aufgeknöchelt, wie Katzenpfoten, mit gerundeten Zehen. Ballen hart. Dunkle Nägel erwünscht. Gespreizte Pfoten höchst unerwünscht.

Rute : hoch angesetzt. Rutenansatz kräftig, sich zur Spitze hin verjüngend, reicht sie bis zu den Sprunggelenken. Sie wird gerade oder gebogen getragen, aber niemals senkrecht nach oben, wie bei einem Laufhund. Pumpenschwengelrute höchst unerwünscht.

Gangwerk - Bewegung : Die Bewegung weist auf Kraft und Zweckmäßigkeit hin. Bei geradeaus gerichteter Bewegung sollen weder die Vorder-, noch die Hinterläufe kreuzen, oder "stricken"; der rechte Vorder- und der linke Hinterlauf sollen gleichzeitig gehoben und gesenkt werden. Ein fester Rücken, der durch den kraftvollen Schub der Hinterläufe nicht nachteilig beeinfluß wird, gewährleistet einen ausgeglichenen und harmonischen Bewegungsablauf.

Haarkleid : Kurz und hart, wetterbeständig und liegt glatt am Körper an. Langes, seidiges, oder wolliges Haar ist höchst unerwünscht.

Farbe : jegliche Schattierung von gestromt, rehbraun, oder rot. Die Farbe muß makellos und klar sein. Ein kleines weißes Abzeichen an der Brust ist erlaubt. Andere weiße Abzeichen sind unerwünscht. Ein schwarzer Fang, zu den Augen hin heller werdend ist unentbehrlich, dunkle Augenumrandungen unterstreichen den Ausdruck.

Bullmastiff

Rüden

Hündinen

Größe - Schulterhöhe :

63,5 bis 68,5 cm

61,0 bis 66,0 cm

Gewicht :

50,0 bis 59,0 kg

41,0 bis 50,0 kg

Fehler : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen solle.

Anmerkung : Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

 



Wesen des Bullmastiffs

 

 Das Wesen des Bullmastiff ist lebhaft, kraftvoll, wachsam, ausdauernd, treu und absolut zuverlässig. Dieser Hund ist zwar ruhig, aber nicht träge. Er verlangt seinem Herrn schon einiges ab. Er spielt bis ins hohe Alter und braucht den absoluten Familienanschluss. Wenn er von seriösen Züchtern stammt und verantwortungsvoll von seinem neuen Herrn von Welpenalter an gut sozialisiert wird, ist er ein Zeitgenosse voller Freude. Der Bullmastiff liebt lange Spaziergänge, viel Beschäftigung durch spielen und am idealsten auch eine Tätigkeit in Fährtenarbeit, Unterordnung und Begleithund. Er hat zwar seinen eigenen Willen und einen gelegentlichen Hang zur Selbstständigkeit , der es dem Halter nicht immer einfach macht mit ihm zuarbeiten, aber hier sollte man die enge Bindung die der Bullmastiff zu seinem Herrn hat sich zu Nutze machen. Absolut gar nicht eignet er sich zur Zwingerhaltung (dies gilt aber eigentlich für alle Hunde!), denn er hängt sehr an seiner Familie, die er beschützt. Aus diesem Grund sollte man mit dem Bullmastiff keinen Schutzdienst machen, da er von Natur aus schon alle Voraussetzungen zum Schutz seiner Familie mitbringt und man auch einen sozial verträglichen Hund haben möchte.

 

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Geschichte der Rasse
 

Der Bullmastiff entstammt aus England wo er im 19. Jahrhundert als Wildhütehund eingesetzt wurde. Die Wildhüter brauchten einen Hund, dessen Fellfarbe im Dickicht nicht erkennbar sein durfte, athletisch ist und wenig bellt, er musste Wilddiebe überwältigen, aber nicht verletzten, da diese öffentlich angeprangert wurden, weil Wilddieberei bei Todesstrafe verboten war.
Zu dieser Zeit war dieses Problem besonders groß, die Kluft zwischen arm und reich wurde immer größer und die armen wilderten aus Hunger. So wurde der Bullmastiff gekreuzt aus der Englischen Bulldogge und dem Mastiff, wie schon der Name erkennen lässt. Denn weder die Englische Bulldogge noch der Mastiff erfüllten diese Erwartungen, da die Englische Bulldogge zu ungebändigt vorging und der Mastiff zu träge war. Also entschloss man sich diese beiden Rassen zu vereinen, um den gewünschten Typ Hund für die Wildhütearbeit zu bekommen. Ebenfalls dachte man bei der Zucht auch daran, das die Augen, Ohren und der Fang schwarz sein mussten, um für den Wilddieb nicht erkennbar zu sein. Die gestromte Fellfarbe tat ihr übriges hinzu. Ebenfalls sehr wichtig war das Zeichen geben des Hundes an seinen Herrn. Dieses erfolgte eben nicht durch das Bellen, das den Wilddieb gewarnt hätte. Der Bullmastiff legte seine Stirn in Falten, wenn er etwas gewittert hatte, so konnte der Wildhüter ohne Laut erkennen, das etwas nicht in Ordnung war.

Dieses Zusammenspiel zwischen Hund und Herr setzte eine absolute Unzertrennlichkeit voraus, denn es bestand eine enge Beziehung zwischen den beiden. Der Bullmastiff wurde erst 1924 vom englischen Kennelclub anerkannt. Man nahm nur Hunde zum züchten, die über drei Generationen aus reinrassigen Bullmastiffs entstanden waren. Alle anderen wurden von der Zucht ausgeschlossen. 1925 begann der erste Präsident des "National-Bull-Mastiff-Police-Dog-Clubs" S. E. Moseley den reinen Schutzhund auch zum Familien- & Ausstellungshund zuzüchten. Sein Zwinger "Farcroft" sollte einen erheblichen Teil zur Sicherung der Nachkommenschaft beitragen. Den Einzug nach Deutschland hielt der Bullmastiff erst nach dem 2. Weltkrieg, hingegen in Amerika schon 1933 der American Kennelclub die Rasse anerkannte. Im Laufe der Zeit als sich das Einsatzgebiet des Bullmastiffs im Wildhütebereich enorm verringerte, weil der Bedarf an Besitzverteidigung der Reichen auf Grund von Aufgabe der Ländereien nicht mehr gefragt war, verbreitete sich sein Aufgabengebiet. Er war nun auch zu finden im Polizei-, Fährtensuch-, Blinden-, und Rettungshundebereich. Dies hatte er seiner enormen Gelassenheit, hoher Reizschwelle und ausgeprägtem Selbstbewusstsein zu verdanken.